Ein Appell an die schwarz-grüne hessische Landesregierung

Wir, verschiedene Gruppen aus der Klimagerechtigkeitsbewegung, solidarisieren uns mit den Aktivist*innen im Dannenröder Wald, die sich für den Erhalt des Waldes einsetzen und fordern die verantwortlichen Entscheidungsträger*innen dazu auf, den Ausbau der Autobahn A49 aufzuhalten, um den Wald zu retten und ihren Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag zum Schutz der Wälder, des Wassers und des Klimas nachzukommen.

Der Dannenröder Wald in Hessen ist nicht nur ein Vorzeigewald für die nachhaltige Forstwirtschaft, er ist ein 300 Jahre alter gesunder Mischwald und versorgt eine halbe Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser. Seit über 40 Jahren gibt es Pläne für den Bau der Autobahn A49, die den Dannenröder Wald in zwei Hälften schneiden und im Ökosystem irreparable Schäden hinterlassen würde. Genauso lange wie es schon Pläne für die Autobahn A49 gibt, ist der Widerstand gegen dieses inzwischen zum Planungsdinosaurier gewordene Bauprojekt gewachsen.

Nun soll der Dannenröder Wald im Oktober 2020 unter der schwarz-grünen hessischen Landesregierung gerodet werden und dem Autobahnausbau weichen. Die „Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH“, kurz DEGES, hat bereits den Bauauftrag für den Ausbau der Autobahn A49 übernommen: mit einer Räumung des vielfältigen Widerstands und der Rodung des Waldes ist also in Kürze zu rechnen.

Besonders bestürzend ist, dass auch die sich selbst als Klimaschutz-Partei verstehenden Grünen für den Bau der Autobahn verantwortlich sind und die Zerstörung von Natur für ein Verkehrsprojekt der Vergangenheit scheinbar billigend in Kauf nehmen. Ab dem 01. Januar 2021 geht die Verantwortung für die geplante Autobahn A49 an die Bundesregierung über. Noch steht es also in der Macht der hessischen Landesregierung den Bau der Autobahn zu stoppen und ihrer politischen Verantwortung auf Grundlage ihres eigenen Koalitionsvertrages nachzukommen.

Wir appellieren an die DEGES, an die schwarz-grüne Landesregierung Hessens, an Tarek Al- Wazir als verantwortlichen hessischen Verkehrsminister, sowie an die Bundesregierung:
Der Dannenröder Wald und jeder andere Wald muss in Zeiten von Hitzesommern und Dürrejahren erhalten bleiben – beschließen Sie ein Moratorium für den Ausbau der A49.

Trinkwasser muss geschützt werden und darf nicht durch Verkehrsprojekte gefährdet sein – lassen Sie nicht zu, dass eine halbe Million Haushalte um Trinkwasser bangen müssen.
Halten Sie Ihre Versprechen und setzen Sie Sich für eine sozial-gerechte Mobilitätswende ein – fördern Sie einen kostenfreien ÖPNV statt neue Autobahnen.

Spielen Sie angesichts der Klimakrise nicht mit unser aller Zukunft!

Der gesellschaftliche Rückhalt für die Aktivist*innen in der Waldbesetzung und für die Bürger*innenintiativen, die friedlich, aber mutig und entschlossen Widerstand gegen die Zerstörung des Dannenröder Waldes und den Ausbau der A49 leisten, wächst immer weiter an. So gründete sich beispielsweise das Bündnis „Wald statt Asphalt“, in dem vielfältigste Gruppen vertreten sind. Es werden immer mehr Menschen, Gruppen und Organisationen, die sich ebenso dem Verkehrsprojekt entgegenstellen und so zeigen, dass sich die schwarz-grüne Landesregierung mit der gesamten Klimagerechtigkeitsbewegung anlegt, wenn sie zulässt, dass der Dannenröder Wald gerodet wird.

Wir werden unsere Zukunft nicht verspielen lassen!

Dies ist ein gemeinsamer Appell von:
attac Deutschland
BUND JugendFridays for Future Deutschland
Greenpeace Deutschland
Robin WoodCampact
Wald-Statt-Asphalt-Bündnis
Sand im GetriebeEnde GeländeExtinction Rebellion
Aktionsbündnis Autokorrektur
Am Boden Bleiben

Lokale Gruppen und Bündnisse
Koala Kollektiv
Bürgerinitiative „Keine A49“
Aktion SchlaglochAlle Dörfer Bleiben
Make Rojava Green Again
Danni Soli Gruppe Marburg
Danni Soli Gruppe Berlin
Danni Soli Gruppe Leipzig
Aktiv gegen Speziesmus
Gemeinsam gegen die Tierindustrie
Bündnis StadtklimaKlimagruppe MarburgKligK – Klimagerechtigkeit Kassel
Students for Future Leipzig
Bürgerinitiative Saaletal
KlimaWerkStadt Bremen
Kommune Niederkaufungen