Klimagerechtigkeit

Unter der Klimakrise leiden diejenigen am meisten, die aktuell und historisch am wenigsten dazu beigetragen haben. Es reicht daher nicht, Treibhausgase zu reduzieren – wir müssen genauso die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Ursachen der Klimakrise bekämpfen.

Klimagerechtigkeit bedeutet, dass der globale Norden für die Klimakrise zur Verantwortung gezogen werden muss. Unser Wohlstand basiert auf der Kolonialisierung und einer bis heute andauernden Ausbeutung von Menschen und Natur, insbesondere in den Ländern des Globalen Südens. Diese Länder haben weit weniger zum Entstehen der Klimakrise beigetragen als wir, sind aber viel stärker von deren Folgen betroffen. Noch dazu verfügen sie über weit weniger Ressourcen, um sich gegen Katastrophen wie Dürren, Überschwemmungen und Stürme zu wappnen.

Diese Diskrepanz zwischen jenen, die die Klimakrise vorantreiben, und jenen, die verstärkt darunter leiden, besteht nicht nur zwischen Ländern, sondern auch zwischen Einwohner:innen desselben Landes.

Reichere Menschen tragen tendenziell durch höheren Konsum, Fernreisen und größere beheizte Wohnungen stärker zur Klimakrise bei als Geringverdiener:innen. Gleichzeitig können sie sich leichter vor deren Folgen schützen, zum Beispiel indem sie sich gegen Katastrophen versichern oder Häuser in besserer Lage kaufen.

Um klimagerecht zu handeln, müssen die Länder des globalen Nordens daher eine ernsthafte, sozial verantwortliche und nachhaltige Klimapolitik betreiben. Gleichzeitig müssen wir Ungerechtigkeiten in allen Bereichen der Gesellschaft bekämpfen – egal ob Geschelchterungerechtigkeit oder jegliche Form von  Benachteiligung marginalisierter Gruppen.

Die menschengemachte Klimakrise zeigt eindrücklich, dass es kein unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten geben kann. Das Wachstumsparadigma muss daher überwunden und durch neue Wirtschafts- und Gesellschaftsformen ersetzt werden, die Gemeinwohl und Nachhaltigkeit ins Zentrum stellen. Fixpunkt unseres Handelns muss eine globale Ordnung sein, in der jeder Mensch die Chance auf ein gutes Leben hat.

Was sind eigentlich Globaler Süden und globaler Norden?

„Mit dem Begriff Globaler Süden wird eine im globalen System benachteiligte gesellschaftliche, politische und ökonomische Position beschrieben. Globaler Norden hingegen bestimmt eine mit Vorteilen bedachte Position.

Die Einteilung verweist auf die unterschiedliche Erfahrung mit Kolonialismus und Ausbeutung, einmal als vor allem Profitierende und einmal als vornehmlich Ausgebeutete. Während in Begriffen wie „Entwicklungsländer“ eine hierarchisierende eurozentrische Vorstellung von „Entwicklung“ zum Ausdruck kommt, der diese Länder zu folgen hätten, wird mit dem Begriffspaar Globaler Süden bzw. Norden versucht, unterschiedliche politische, ökonomische und kulturelle Positionen im globalen Kontext zu benennen.

Die Einteilung in Süd und Nord ist nur bedingt geographisch gedacht. Australien gehört beispielsweise genau wie Deutschland mehrheitlich dem Globalen Norden an, aber es gibt in beiden Ländern auch Menschen, die Teil des Globalen Südens sind, zum Beispiel Aboriginal Australians und illegalisierte Personen. Andersherum gibt es auch in Ländern, die mehrheitlich dem Globalen Süden angehören, Menschen, die die bevorteilte Position des Globalen Nordens genießen, sei es, weil sie Weiß sind oder weil sie aufgrund ökonomischer Ressourcen zur global privilegierten Klasse gehören.“

Definition von glokal

KLimagerechtigkeit  erklärt von Tadzio Müller
aus Sicht des Globalen Südens. MIt Lyda F. Forero
KLimagerechtigkeit erklärt in leichter Sprache