Frankfurt, 8:30 Uhr – Zahlreiche Waschmaschinen sind vor dem Hauptsitz der Deutschen Bank aufgetürmt. Aus den Maschinen quillt Schaum, der sich bis auf den Vorplatz der Deutschen Bank ausbreitet. Grün gewaschene, schleimtriefende Kleidung hängt aus den Waschmaschinen. Auf dem Boden türmen sich Reste ölverschmierter Wäsche. Im Hintergrund ist das „Biep – Biep – Biep“ einer Herzüberwachung zu hören. Der Ton wird schneller und schneller, bis er in einem schrillen Alarmsignal mündet.

Anlässlich der Jahreshauptversammlung der Deutschen Bank prangern wir vom KoalaKollektiv das Greenwashing der Deutschen Bank an und fordern einen der größten Geldgeber fossiler Industrien zu einer nachhaltigen Kehrtwende auf.

„Die Deutsche Bank betreibt unter dem Hashtag ‚positiverBeitrag‘ verantwortungslos Greenwashing. Sie entscheidet sich auch im Jahr 2022 aktiv dafür, lebensfeindliche Kohle, Öl und Gas zu finanzieren, statt mit diesem Geld einen echten positiven Beitrag für die notwendige sozial-ökologische Transformation zu leisten„,

sagt Rika von Gierke, eine Sprecherin des KoalaKollektivs.

Der aktuelle Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC warnt, dass bereits die Hälfte der Menschheit durch die Klimakrise gefährdet ist und sich das Zeitfenster zum Handeln schließt.

Die Deutsche Bank hat fossilen Unternehmen seit dem Pariser Abkommen jedoch über 80 Milliarden Euro bereitgestellt. Zu den Projekten des Finanzinstitutes zählen der Kohleausbau in Deutschland, Fracking in Argentinien und Flüssigerdgas in Mosambik. Einem Reuters-Artikel zufolge schließt die Deutsche Bank nach anhaltenden Protesten nun zwar die direkte Finanzierung der umstrittenen East African Crude Oil Pipeline (EACOP) aus. Das verantwortliche Unternehmen, TotalEnergies, erhält jedoch weiterhin Gelder.


Die Finanzierung dieses Projekts ist Wahnsinn, und wir sind froh, dass die Deutsche Bank dies endlich eingesehen hat. Allerdings ist sie immer noch an der Finanzierung der Geschäfte von TotalEnergies beteiligt und könnte indirekt die Pipeline und die damit verbundenen Ölfelder in Uganda finanzieren. Die Deutsche Bank muss dieses Projekt als das sehen, was es ist: ein Verbrechen an den Menschen, der Natur und dem Klima. Sie darf Total keinen einzigen Cent dafür geben.

Omar Elmawi, Koordinator von Stop EACOP

Die Deutsche Bank stellt einigen der zerstörerischsten Unternehmen der Welt Gelder bereit; darunter Shell, Total, RWE und Saudi Aramco. Konkret heißt das: die Deutsche Bank finanziert Waffen für Russland und Saudi-Arabien, sie finanziert die Unterdrückung lokaler Gemeinschaften in Ostafrika und Argentinien, und sie finanziert weltweit Tote durch Luftverschmutzung, Hitzekatastrophen und Wassermangel. Wir fordern die Deutsche Bank auf, die Finanzierung lebensfeindlicher Industrien sofort zu stoppen! Statt schamlos Greenwashing zu betreiben, muss sie Ihrer Verantwortung als größtes deutsches Geldinstitut gerecht werden„,

so Rika von Gierke, KoalaKollektiv.

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