Am Samstag, 20.06.2020, bot sich Passant:innen in der Berger Straße ein ungewöhnliches Bild: Ein kleiner Wald aus dürren Nadelbäumen war am Bornheimer Uhrtürmchen aus dem Boden geschossen. Infoschilder zeigten auf, worum es ging:

Nordöstlich von Homberg im hessischen Vogelsbergkreis sollen über 85ha eines Buchenmischwaldes mit teilweise 250 Jahre alten Bäumen gerodet werden. Grund dafür ist der Ausbau einer Autobahn, der A49. Der Ausbau würde durch das Schutzgebiet Gleental führen, das unter anderem Frankfurt mit Trinkwasser versorgt. Der Autobahnausbau stellt damit eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung in der Region dar. Dabei sank der Grundwasserspiegel in den letzten Jahren ohnehin stetig. Grund dafür ist der Klimawandel: Die letzten 5 Jahre waren die heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) warnt auch 2020 vor neuen Hitzerekorden.

Darüber hinaus sind der Dannenröder Wald und der teilweise zur Rodung freigegebene Herrenwald Flora-Fauna-Habitate (FFH-Schutzgebiete) mit selten gewordenen Pflanzen und Tieren. Der Ausbau bedroht also die Biodiversität und trägt zum Artensterben bei.

Dabei haben unsere Wälder ohnehin schon mit dem Klimawandels zu kämpfen. Die Ergebnisse der Waldzustandsaufnahme 2019 belegen, dass der hessische Wald seit Beginn der Erhebungen 1984 noch nie in so schlechter Verfassung war. Doch gerade Mischwälder wie der Dannenröder Forst binden doppelt so viel CO2 wie Monokulturen und sind dadurch unerlässlich im Kampf gegen die Erderhitzung.

Seit 40 Jahren versuchen daher Bürgerinitiativen auf verschiedenen Wegen den Ausbau der A49 zu verhindern. Seit dem 1. Oktober 2019 wäre eine Rodung offiziell möglich gewesen – Aktivisti verhinderten das durch eine Waldbesetzung.

Widerstand kommt auch vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der eine Klage gegen den Autobahnausbau führt. Der Gerichtstermin ist am Dienstag, 23.06.2020. Aus diesem Anlass riefen die Menschen aus dem Dannenröder Wald zu bundesweiten Aktionstagen mit dem Motto „Naturräume statt Betonträume!“ auf. Unsere Frankfurter Zweigstelle des Dannenröder Waldes war Teil davon.

Die Demonstrationen richteten sich auch gegen den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und seine Partei, die Grünen. Statt für einen wirksamen Klimaschutz zu sorgen und den Erhalt eines Trinkwasserschutzgebietes zu sichern, verstecken sich die hessischen Grünen hinter dem Koalitionsvertrag mit der CDU.

Doch das Letzte was wir brauchen – in einem Land mit einem der dichtesten Straßennetze – ist eine neue Autobahn. Stattdessen benötigen wir dringend Antworten auf unsere ökologische Krise!

Daher brauchen wir eure Unterstützung! Fordert mit uns zusammen die zuständige Baugesellschaft (DEGES) auf, den Bau sofort zu stoppen! Folgenden Text haben wir dafür formuliert:

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